Puh! Ingenieure doch nicht schuld an BER-Pleite…

Ich habe es von Anfang an nicht glauben können: Deutsche Ingenieure sollen schuld sein an den Baupleiten der Großprojekte in Deutschland?

Niemals.

Mein Bauchgefühl hat mir von Anfang an gesagt, da kann etwas nicht stimmen.

Und jetzt ist es raus: Es war gar kein Ingenieur an für die Planung der Rauchmeldeanlage zuständig. Es war nur ein einfacher technischer Zeichner!

Puh! Damit ist der Ruf der deutschen Ingenieure wieder hergestellt – wußte ich´s doch!

„Jeder Bäcker darf Brandschutzkonzepte erstellen“ – juristisch gesehen. So stand es in der Online-Ausgabe der Berliner Zeitung.

http://www.berliner-zeitung.de/hauptstadtflughafen/falscher-ber-ingenieur-baecker-duerfen-brandschutz-planen,11546166,27611540.html

Damit ist der Beweis erbracht, das deutsche Ingenieurskunst weiterhin einmalig ist auf der Welt.

Jetzt müssen sie in Berlin, Hamburg, Stuttgart und Hildesheim (auch bei unserem Bahnhof gibt´s reichtlich Probleme!) nur noch die Bäcker rausschmeissen…

 

Wach…

Meine Güte, was für ein Hype um diese Meldung welche auf folgender Original-Mitteilung beruht:

„Michael hat das CHU Grenoble verlassen, um seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen. Er ist nicht mehr im Koma.“

„Nicht mehr im Koma“…das bedeutet er ist nicht mehr in folgendem defniterten Zustand:

„Das Koma ist der schwerste Grad einer quantitativen Bewußtseinsstörung oder Bewußtlosigkeit. Patienten im Koma sind nicht ansprechbar, zeigen keine Reaktion auf starke Außenreize und haben keine Spontanatmung.“ (Quelle: Doc-Check-Flexikon)

Übersetzt heißt also“kein Koma“ soviel wie: Der Mensch atmet und reagiert – in welcher Form auch immer! – auf äußere Reize. Das kann Stirnrunzeln sein oder heftige Atmung, es kann auch nur der Blutdruck oder die Herzfrequenz steigen.

Aber eines ist sicher: Nach „kein Koma“ kommt nur selten der Zustand „wach“! Es ist oft ein monate- wenn nicht sogar jahrelanger Weg, bis eine geordnete Kommunikation mit der Umwelt möglich ist. Wenn es überhaupt jemals dazu kommt.

Und was macht die Presse?

Bild: „Michael Schuhmacher ist wach!“

Hildesheimer-Allgemeine-Zeitung: „Er ist wach!“

Handelszeitung.ch: „Ist wach und wieder in der Schweiz“

Motorsport-Magazin: „Schumi ist wach“

Fast alle anderen Medien verwenden die Phrase „aus Koma erwacht

Der absolute Gipfel ist aber das hier:

Wahnsinn“, twitterte die Redaktion von „RTL Exclusiv“ am frühen Montagabend, „Schumi schaut heute Abend das Deutschlandspiel um seinem Freund Lukas Podolski die Daumen zu drücken!“ (Quelle: Faz.net)

So sehr auch ich dem Formel-1-Idol schnelle Genesung wünsche – von „wach“ ist er wahrscheinlich noch weit entfernt.

Einmal mehr offenbart sich hier die oftmals ungebremste und vor allem ungeprüfte (= nicht-recherchierte!) Verbreitung von sogenannten „Nachrichten“. Was dabei heraus kommt, ist immer öfter einfach nur peinlich und wirft kein gutes Licht auf den Berufsstand der Journalisten. So darf sich übrigens jeder nennen, der sich so nennen will. Ich selbst habe viele Jahre als „freier Journalist“ gearbeitet.

Noch ein Beispiel gefällig (aus unserer heutige Tageszeitung):

„Gut fünf Wochen vor seinem ersten Geburtstag ist Baby George an der Hand seiner Mutter über eine Wiese gelaufen.“

Kein Kommentar.

 

 

Die PayPal-Mahnung…

Ich öffne den Briefkasten und halte das Schreiben einer Anwaltskanzlei in der Hand. Der Vorwurf: Mit einem PayPal-Konto für 30 € eingekauft und nicht bezahlt.

Daher jetzt eine Gesamtforderung von über 100 € incl. aller so üblichen Gebühren. Doch die verwendete Email-Adresse gehört mir nicht. Es taucht zwar mein Nachname darin auf, aber das war´s auch schon.

Also antworte ich per Einschreiben: Mail-Adresse falsch, ich bin das nicht, habe nichts bestellt, weise Forderung zurück. Und weiter: Das ist Identitätsdiebstahl. Wie kommen Sie auf meinen Namen? Bitte unterstützen Sie mich, ich will Anzeige erstatten!

Die erste Antwort folgt kurze Zeit später: „Nehmen ihre Einwände zur Kenntnis und informieren unsere Mandantin.“ Kurze Zeit später ein zweiter Brief: „Mandantin zieht Forderung zurück. Fall abgeschlossen.“

 

Und meine Forderung nach Offenlegung der erhobenen Daten?

Tja, da soll ich mich doch bitte „direkt an den Auftraggeber wenden“…

Ich habe den Verdacht, da wurde ganz bewußt die große Keule geschwungen um einzuschüchtern. Vielleicht zahlt ja der eine oder andere. Und wenn man dann gezielt hinterfragt – wie kommen die eigentlich auf meine postalische Adresse? – wird schnell der Schwanz eingezogen.

Ich überlege noch, ob ich den Aufwand betreibe, das ganze weiter zu verfolgen. Lust hätte ich eigentlich schon…